Projekt icHduwIr

Die Service- und Beratungsstelle radius ist ein Angebot der Primärprävention in den Phänomenen „Radikalisierung“, „religiös und/ oder politisch motivierter Extremismus“ sowie „Demokratiefeindlichkeit“. Sie bietet mit ihren vielseitigen Beratungs- und Bildungsangeboten allen Akteur*innen in Stadt und Landkreis Hildesheim eine feste Anlaufstelle und einen geschützten Raum für persönliche Fragestellungen und Problemlagen.

Ergänzend hierzu soll das Projekt icHduwIr über den Einsatz von diversen Methoden und Formaten die Möglichkeiten des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalts und Teilhabe fördern. Was im Sport unter „Fair Play“ zusammengefasst wird, greift auch in der Gesellschaft: Das Zusammenhalten, füreinander einstehen und gegenseitig helfen schafft Bindungen zwischen Menschen und stärkt demokratische Prozesse. Darüber hinaus baut es verschiedene Formen von Rassismus und Diskriminierung ab, die es vor allem marginalisierte Gruppen erschweren, an gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben.

Ziele

Die Ziele des Projekts icHduwIr orientieren sich an der Primärprävention, welche auch für das Basisprojekt „radius“ handlungsleitend ist. Das gelingt durch eine wechselseitige Wertschätzung der Gesellschaft zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, durch zum Beispiel einen gemeinsamen Wertekompass. Dabei werden unterschiedliche Kulturen und Ethnien, unterschiedliche Herkunft und Religion sowie verschiedene Bildungsgrade berücksichtigt. Durch Akzeptanz von Vielfalt oder auch dem Verständnis, dass sie als Ressource von großem Wert ist, muss Zusammenhalt unter den Bedingungen von erlebter Verschiedenheit gestaltet werden. Es geht um einen gesellschaftlichen Zusammenhalt, der die Vielfalt der Lebensentwürfe und Identitäten als Stärke begreift. Dort allerdings, wo wachsende Unterschiede zu ungleichen Teilhabechancen und Ungerechtigkeiten führen, entwickeln sich Fliehkräfte, die den Zusammenhalt gefährden.

Dadurch besteht die Gefahr, dass sich gewisse Rassismen in der Gesellschaft etablieren, wie etwa Antisemitismus, Antimuslimischer Rassismus und eine Tendenz zum generellen Antipluralismus. Soziale Bindungen haben großen Einfluss auf den (gesellschaftlichen) Zusammenhalt und sollten entsprechend gestärkt werden. Soziale Bindungen schaffen unter anderem Zugehörigkeitsempfinden, gegenseitiges Vertrauen, Verbundenheitsgefühle und Solidarität. Gerade in Zeiten, in denen soziale Ungleichheit oder Rechtspopulismus den Zusammenhalt gefährden, wird die Stärkung dieser Bindungen immer wichtiger.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt soll durch Verstärkung folgender Arten sozialer Verbindungen gefördert werden

Bonding

Bonding verbindet Individuen mit vielen gemeinsamen Merkmalen. Diese Bindung findet vor allem in der Familie, im Freundeskreis, in der Dorfgemeinschaft oder auch in Interessengruppen statt. Das Identitäts- und Zugehörigkeitsempfinden wird gestärkt.

Bridging

Beim Bridging werden Verbindungen zwischen Gruppen, die kaum Berührungspunkte haben oder sich in vielen Merkmalen unterscheiden, gefördert und zwischen ihnen Brücken ge-schlagen. Die Gruppen treffen in der Arbeitswelt, in Schulen und Kitas oder auch in Tandemprojekten und Pat*innenschaften aufeinander. Durch den Kontakt können Vorurteile und Stereotypen abgebaut, Akzeptanz, Vertrauen und Solidarität gestärkt werden.

Linking

Linking ist eine Verknüpfung, die Individuen und Gruppen mit staatlichen oder politischen Institutionen verbindet.

Angebote

Flagge zeigen

Das Projekt „Flagge zeigen!“ richtet sich an Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie Vereine in Stadt und Landkreis Hildesheim. Jugendliche und junge Erwachsene gehen in einem moderierten Gespräch der Frage nach: „In welcher Gesellschaft willst Du eigentlich leben?“. Dabei werden u.a. Themenfelder, wie Vielfalt und Akzeptanz und der gesellschaftliche Zusammenhalt aufgegriffen und mit weiterführenden Fragen flankiert: Was sind wichtige (demokratische) Werte der Jugendlichen und jungen Erwachsen? Was heißt für mich Zusammenhalt, Vielfalt, Gemeinschaft? Wo erlebst Du Zusammenhalt? Wo nicht? Was bedroht/gefährdet/behindert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Frieden? In diesem Teil steht der Dialog im Mittelpunkt. Dabei bekommen die jungen Menschen die Möglichkeit, über eigene Erfahrungen zu berichten und ihre Meinungen auszutauschen. In einem zweiten Teil werden dann Flaggen entwickelt, die die Botschaften/Motive der Teilnehmenden abbilden.

Wildesheim I

Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche. Das Kinderministerium „Wildesheim“ soll eine Werktag-Woche lang einladen zum Mitmachen – Mitbestimmen –Mitentwickeln – Mitwir-ken. Kinder und Jugendliche aus Stadt und Landkreis haben die Möglichkeit, an fünf Tagen in die fiktive Stadt „Wildesheim“ zu kommen. In der fünf-tägigen-Workshop-Woche sollen verschiedene, unter Berücksichtigung unten genannter Zielsetzung Workshop-Einheiten (Thementage), angeboten werden. Die einzelnen Tageinheiten werden aus den Themen Kinderrechte (Montag), Vielfalt (Dienstag), „Um-mich-herum“ (Mittwoch), Zusammenhalt (Donnerstag) und „Meine-Meinung“ (Freitag) bestehen. Jeder Tag kann sowohl als geschlossene Einheit (autark), als auch als Teil einer gemeinsamen Woche fungieren. Darüber hinaus sollen die Adressat*innen anhand von Aktionstagen und Mitmach-Workshops erleben, wie eine demokratische Gesellschaft funktioniert, welche Regeln und Rechte eine Demokratie braucht und wie sich Kinder aktiv in ihrem Alltag für „Demokratie“, „Zusammenhalt“, „Vielfalt“ einsetzen können. Der allgemeine Tagesablauf ist so gehalten, dass Kinder und Jugendliche in der Kernprojektzeit von 8.30 Uhr – 16.30 Uhr an dem Projekt teilnehmen. Darüber hinaus besteht für Kinder, deren Eltern arbeiten die Möglichkeit einer Randstundenbetreuung von 8.00 – 8.30 Uhr und von 16.30 - 17.15 Uhr.

Hi-Town

Ferienangebot für Jugendliche in „HI-Town“ soll eine Werktag-Woche lang einladen zum Mitmachen – Mitbestimmen – Mitentwickeln – Mitwirken. Jugendliche aus sozial-benachteiligten Stadtgebieten mit und ohne Migrationshintergrund haben die Möglichkeit an fünf Tagen in die fiktive Stadt „Hi-Town“ zu kommen. In der fünf-tägigen-Workshop-Woche sollen verschiedene Workshops und Aktionen angeboten werden. Die einzelnen Tageinheiten werden aus den Themen „Grundrechte“ (Montag), „Zusammenleben in Vielfalt“ (Dienstag), „Wahlfreiheit“ (Mittwoch), „Zusammenhalt“ (Donnerstag) und „Meinungsfreiheit“ (Freitag) bestehen. Jeder Tag kann sowohl als geschlossene Einheit (autark), als auch als Teil einer gemeinsamen Woche fungieren. Darüber hinaus sollen die Adressat*innen anhand von Aktionstagen und Mitmach-Workshops erleben, wie eine demokratische Gesellschaft funktioniert, welche Regeln und Rechte eine Demokratie braucht und wie sich Jugendliche aktiv in ihrem Alltag für „Demokratie“, „Zusammenhalt“, „Vielfalt“ einsetzen können. Der allgemeine Tagesablauf ist so gehalten, dass Jugendliche in der Kernprojektzeit von 11.00 Uhr – 19.00 Uhr an dem Projekt teilnehmen.

Starke Frauen-Werkstattgespräche muslimischer Frauen in Hildesheim

Muslimische Frauen kommen im „Culture-Café“ zusammen und setzen sich mit Themen auseinander, die ihnen in ihrem Alltag begegnen und teilweise einer selbstreflektierenden Auseinandersetzung bedürfen. Die aktive und dabei teils selbstkritische Vertiefung von Themen, wie z.B. Bildungs- und Religionsfreiheit, tradierten Rollenbildern, Kinderrechten, Islam- und Fremdenfeindlichkeit, Bürgerschaftlichem Engagement und vielen mehr in einem geschützten Raum sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Durch das konsequente Sprechen der deutschen Sprache während der Werkstattgespräche soll es möglich sein, auch zunehmend Kontakt zu deutschen muslimischen und nicht-muslimischen Frauen aufzunehmen und diese in die Werkstattgespräche einzuladen. Neben der Behandlung von o.g. Themen stehen der Dialog, der Abbau von Vorurteilen und die Förderung von Akzeptanz auf Basis einer demokratischen Kultur im Vordergrund. Im Sinne eines Empowerment-Ansatzes sollen Frauen mit und ohne Migrationshintergrund stark gemacht werden bzw. ihre Stärke hin zur Selbstwirksamkeit erfahrbar gemacht werden.

radius
- Service- und Beratungsstelle gegen Radikalisierung und Demokratiefeindlichkeit
Bernwardstraße 11 (5. Etage)
31134 Hildesheim
Telefon: 0 51 21 - 703 43 90
radius(ät)caritas-hildesheim.de
www.radius-hildesheim.de

Gefördert wird RADIUS durch das Landes-Demokratiezentrum (LDZ) beim Landespräventionsrat Niedersachsen im Niedersächsischen Justizministerium sowie Stadt und Landkreis Hildesheim und das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung